Dr. Eckardt, Museum Schloss Wilhelmsburg, Schmalkalden

Kunst ist auch eine Form der Realität, sie kommt aus ihr und widerspiegelt sie in einer nur der Kunst gemäßen Form. Es ist das Zusammentreffen von Abbild, Intellekt, Seele und Herz, von Welterfahrung, von Träumen, Sehnsüchten und Ängsten, von Intuition also, und der Fähigkeit, das alles künstlerisch zu artikulieren. Bei der Entscheidung, Brigitte van Laar bei uns auszustellen, haben wir uns von der Faszination dieser Kraftfelder leiten lassen, die aus ihren Bildern und Objekten wirken.

Deister- und Weserzeitung, 2001

Vom Werden, Wachsen und Reifen künden auch die Objekte aus Holz und Kupfer, die sich in dünnen, Borke-ähnlichen Schichten entblättern. Geschuppt, gefädelt oder gefächert entblößen sie den Blick auf weitere Schichten. Sie sind zum Erd-Klang auf Kupfersaiten gezogen oder zu schneckenartigen Spiralen gedreht. Und dieses Ur-Motiv findet sich auch in den großen abstrakten Mischtechnik-Arbeiten Brigitte van Laars, wird in ihren „Unterwassergeheimnissen“ zur Keimzelle des Lebens. Wunderschön: die großformatigen Werke in Braun und Blau, abstrakte Schöpfungsakte von Erde und Wasser.

Paul Wienand, Stadtmuseum Weilburg

Es ist dabei nicht wichtig, ob der Gegenstand der Malerei ein real existierendes Objekt ist, oder ob es sich um eine frei dargestellte Kraft oder Energie handelt. Lineares geht mit Malerischem, Figuratives mit Abstraktem, Ungestümes mit Zartem einher. Ähnliches trifft auch auf die Objekte zu, die durch Material und Einfachheit bestechen.

Christian Sabisch Journalist und Ausstellungsmacher

Da ist die Rhythmik des Pinselstrichs gegen die Rhythmik des Schleifens gesetzt, Geschwindigkeit, Heftigkeit, Bewegungsrichtung haben ihre Spuren hinterlassen. Da ist ein Zustand stabilen Schwebens in den Bildern, eine greifbare Dichte des Materials, die wir erkennen, noch bevor wir wissen, aus welchen Materialien die Arbeit komponiert ist. Wir sehen die Zustände, die Konstellationen, die Kraftfelder, aus denen heraus diese Energien wirken und sichtbare Gestalt annehmen.

Franz-Joseph van der Grinten, Museum Schloss Moyland

Asiatische Anmutungen, eine Affinität, keine bekenntnismäßige Hinwendung. Was Über-All ist, mag allgemein sein können. Ost und westliches Gelände, sie gehen ineinander über, und die große Atembewegung mag den doppelten Kontinent, der ja doch eben nur einer ist, hin- und widerschwingend überhauchen.

Andrea Welp, Kunsthistorikerin

Die Bilder und Objekte von Brigitte van Laar faszinieren durch ihre Zeitlosigkeit. Sie erzählen von Wachstum und Gedeihen, dem Spiel der Naturkräfte und dem Wirken von Energie. Sie werfen Fragen auf nach dem Ursprung von Leben, berühren Vergangenes und stellen zugleich Entwicklung und Wandel dar.